Rund die Hälfte der Deutschen kennt die Dispo-Kosten nicht

Banken und Sparkassen vergeben im Prinzip jedem Kunden mit festem Einkommen einen Dispositionskredit, ohne bürokratischen Aufwand und zur sofortigen Verfügung. So bedienen sich zahlreiche Bankkunden mehr oder weniger regelmäßig an diesem Kredit – Statistiken zufolge nutzen rund 22 Prozent der Deutschen den Dispo zumindest hin und wieder, 8,2 Prozent sind sogar dauerhaft im Minus und das zum Teil mit hohen Beträgen. Rund 14 Prozent der Dispo-Nutzer haben ihr Konto mit mehr als 1.500 Euro überzogen. Und das verursacht hohe Kosten.

Denn die Zinssätze des Dispositionskredits sind bei durchweg allen Kreditinstituten exorbitant hoch. Bis zu 14 Prozent nehmen machen Banken. Das kritisieren Verbraucherschützer seit Jahren, bislang ohne Erfolg – und das trotz des historisch niedrigen Zinsniveaus. Wie hoch der jeweilige Zinssatz genau ist, ist allerdings für viele ein Rätsel.

So ergab eine Forsa-Umfrage im Jahr 2016, dass 42 Prozent der Befragten die Höhe des Dispozinssatzes nicht kennt. Vor allem Geringverdiener und junge Leute sind über die tatsächlichen Kosten des Kredits nicht informiert. Unter den Befragten mit einem Nettoeinkommen von weniger als 1.500 Euro konnte die Hälfte den Zinssatz nicht nennen, unter den 18- bis 39-jährigen waren es sogar 53 Prozent.

Eine langfristige Nutzung des Dispositionskredits kann dann schnell in die Schuldenfalle führen: Die Rückzahlung wird durch die hohen Zinsen erschwert. Kennt man dann den Zinssatz nicht einmal, ist kaum noch ein Überblick über die finanzielle Lage möglich. Bei hohen Beträgen und einem dauerhaften Kontominus ist daher eine Umschuldung ratsam. Ein klassischer Ratenkredit bietet in der Regel wesentlich niedrigere Zinssätze und das Konto ist erst einmal aus dem Minus. Auch wer eine größere Anschaffung plant, ist mit einem Konsumkredit besser bedient, als den Dispo auszunutzen.

Welcher Kredit der individuell günstigste ist, lässt sich durch einen Kreditvergleich im Internet herausfinden. Er listet alle Angebote auf, die infrage kommen und die Vergleichsanbieter können mitunter auch spezielle Zinssätze anbieten, die es in der Filialbank nicht gibt.